Unterschied zwischen Sub und Sklavin

Unterschied zwischen Sub und Sklavin

Wie wir ja alle schön gelernt haben, ist BDSM der Deckmantel einer sehr facettenreichen Form der Sexualität und es sind nunmal die kleinen aber dennoch feinen Unterschiede welche einen ganz bestimmten Reiz ausüben. Sehr oft sind es auf dem ersten Blick einfach nur Details welche den Unterschied zwischen zwei Neigungen ausmachen. Das mag man gerne als Spitzfindigkeiten abtun – muss man aber nicht.
Ich bin in vielen Internetforen, Communities und Chats aktiv wobei ich in den letzten Monaten eine Feststellung machen musste. Viele scheinen den Unterschied zwischen Sub und Sklavin (gleiches gilt übrigends auch für das männliche Pendant) nicht wirklich zu kennen. Dass es sich hierbei für Vanillas augenscheinlich um Kleinigkeiten handeln mag kann ich ja noch nachvollziehen. Aber von jemanden der SM aktiv auslebt, erwarte ich eigentlich schon, dass dieser Person der Unterschied zwischen Sub(missive) und Sklavin zumindest ansatzweise geläufig ist – das beugt Missverständnissen vor.Wir BDSMler sind im Grunde ganz friedliebende Menschen und berufen uns gerne auf den gemeinsamen Konsens von Safe Sane and Consensual. Das ist natürlich nur ein Grund, um die Behauptung aufstellen zu können, dass passive beziehungsweise devote BDSMler keine Sklaven sind. Hinzu käme da auch noch der eine oder andere strafrechtliche Aspekt. Die Unterschiede zwischen Sklavin und Sub möchte ich Euch nun aufzeigen:

Die Submissive

Das Ausüben von Autorität in Form von Macht und Kontrolle durch einen Top lässt die Sub freiwillig zu. Sie ist eine Person welche die Führung eines dominanten Menschen annimmt und akzeptiert. In diesem Zusammenhang gibt sie das Recht auf freie Entscheidungen hinsichtlich der meisten Aspekte innerhalb dieser Beziehung an diese Person ab. Auf diese Weise findet ein künstlich erschaffener Machtaustausch auf emotionaler Ebene für eine begrenzte Zeit statt – natürlich bis hin zum totalen Machtaustausch. Es ist und bleibt jedoch eine freiwillige Entscheidung der Sub wem sie sich untwerwirft und für welche Dauer. Einer Sub stehen so sehr viele Rechte zu – inklusive dem Recht, als Person respektiert zu werden und auch mal nein zu sagen genauso wie das Recht auf Selbstbestimmung in ihrem Alltag ausserhalb des BDSM-Kontextes.

Die Sklavin

Hierbei handelt es sich um eine gänzlich unfreie Person. Sie ist das persönliche Eigentum eines Anderen ohne die Freiheit zu wählen wem sie sich untwerwerfen will. Sie wird einfach versklavt und als solche gekennzeichnet – Sklavin ist ein Status. Ihr steht keinerlei Recht auf Selbstbestimmung zu. Die Existenz einer Sklavin hängt sehr stark von Lust und Laune ihres Besitzers ab schliesslich ist sie Eigentum mit einem gewissen Wert. Sie wird durchaus geschätzt und geliebt aber es wird immer eine Person alle Entscheidungen für sie treffen. Sie hat alle Entscheidungen ihres Herrn bedingungslos zu akzeptieren. Eine Beziehung zwischen Herrn und Sklavin besteht solange sie nicht verstoßen oder verkauft wird.

Weshalb dieser Artikel?

In einer SM-Community hatte sich eine junge Dame als Sklavin angeboten und ich konnte mir nicht verkneifen, darauf zu reagieren. Ihre Vorstellungen und Fantasien waren submissiver Natur – ihre Annonce sprach aber das genaue Gegenteil. Es stellte sich heraus, dass sie ausser Kopfkino noch keinerlei nennenswerte Erfahrungen auf dem Gebiet gemacht hatte und letztlich nur den Kontakt zu gleichgesinnten Menschen sucht. Klar über das Ziel hinausgeschossen – eine unbedachte Anzeige einer unerfahrenen weiblichen Sub im Internet. Als kleinen Anhaltspunkt gab ich ihr folgenden Leitsatz mit auf den Weg: “Eine Submissive unterwirft sich ihrem Herrn freiwillig – eine Sklavin wird (wenn man der Definition im Lexikon glauben schenken kann) gegen ihren Willen von ihrem Herrn Unterworfen.” Denn was manch einer im WWW so von sich gibt, da würde es mich nicht überraschen, dass sich auch Personen darunter befinden, welche solch eine Anzeige für bare Münze nehmen.

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Autor und Inhaber von Sa-Fora.de - Ich bin leidenschaftlicher Rollenspieler und John Normans erschaffene Welt GOR eignet sich wunderbar dazu. Desweiteren bin ich bekennender BDSMler und Fetischist

7 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Wirklich toller Artikel! ;)

    LG
    Lara xxx

  2. Danke für diesen Artikel.
    Ich denke ja nicht das viele dies hier lesen werden und vielleicht verstehen es auch viele nicht da Du ja auch schon gesagt hast das es zuviele im Netz gibt die manche Dinge für bare Münze nehmen.
    Aber trotzdem finde ich es gut das jemand soche Dinge noch mal erklärt.
    Nach meiner Erfahrung gibt es auch genügend Leute die schon lange “SM”-Praktizieren, aber immer noch nicht alle Begriffe kennen und dies anderen gegenüber nicht zeigen.

    • Vielen Dank für Dein Feedback.
      Ich finde die Bezeichnung Sklave beziehungsweise Sklavin im SM-Bezug schlichtweg unglücklich wenn nicht gar unpassend gewählt – legt man wert auf consensualität, ist die Sklavin meiner Meinung nach doch wieder Sub. Von dem Standpunkt aus betrachet muss man sich dann schon fragen, wieso man sich dann mit solch negativtiteln umschreibt…

  3. kyra #

    Hallo,

    ich lebe nunmehr seit 7 Jahren als sklavin und kenne genau diese Diskussion zu genüge. Wie oft muss ich erleben, dass halbseidene Herren eine sklavin suchen, und sich noch keinerlei Gedanken darüber gemacht haben, wie sie diese durchfüttern. Denn im Gegensatz zu einer sub ist eine sklavin nunmal ein Statussymbol, das man sich einfach leisten können muss. Dabei geht es nicht nur um den entsprechenden finanziellen Hintergrund, sondern auch um den Zeitfaktor. Subs werden oft nur sessionsweise bespielt bzw. “erzogen”, ausserhalb dieser Zeit sind sie eher Selbstläufer. Bei einer sklavin steckt hier – neben ihren natürlich unzähligen positiven Aspekten ;) – auch Arbeit drin.

    In diesem Sinne..

    kyra

  4. MaleSwitcher #

    Hallo,

    ich bin männlich und switche gerne. Den Ausdruck “Sklave” habe mir immer verbeten; ich sehe mich als Partner in einem erotischen Spiel mit vielen Facetten und klar definierten, jedoch verschiebbaren Grenzen. Auf der dominanten Seite erlebe ich meine Partnerin genau so, wie ich gesehen werden möchte: als einen ausgesprochen wertvollen, mir ebenbürtigen Menschen, der mir vertraut und daher bereit ist, mir die volle Verantwortung zu überlassen, eben weil er (oder besser, “sie”) weiß, dass alles nur mit gegenseitigem Einverständnis geschieht und jederzeit abgebrochen werden kann. Spielpartner als “Sklaven” zu bezeichnen, empfinde ich als realdemütigend.

    Daher vielen Dank für den tollen Artikel

  5. Satyr #

    Hallo Sa-Fora,

    im Prinzip hast du ja recht aber…
    natürlich gibt es auch ie immer dinge die dazwischen liegen, sei es aus neigung, oder äußeren einflüssen. manche sub würde gerne zeitweise wie ein Sklavin gehalten werden und dann wieder in ihr reales Leben zurückkehren. Ich bin dominant und genieße es eine Sklavin nach meinen Wünschen zu benutzen, im realen Leben schäze ich jedoch meine Partnerin als gleichberechtigten Part. Das würde nach deiner Definition nicht gehen…Also jede freiwillige unterwerfun =sub, gezwungen = Sklavin. Das ist mir zu starr!

  6. aya #

    Ich möchte gern etwas anmerken. Ich finde die Ausführungen ganz schön formuliert, möchte aber noch ergänzen, dass es meiner Ansicht und Erfahrung nach noch einen weiteren kleinen Aspekt gibt, nämlich ob die Sklavin von aussen gezwungen / unterworfen wird oder ob es ihr inneres Sklavenherz ist. Das kann man sehr schwer von aussen beurteilen, aber ich bin sicher, es gibt Menschen (ich zähle mich auch dazu) die tief in sich ein Bedürfnis spüren, jemanden zu gehören. Sie können sich in unseren Gesellschaften natürlich frei entscheiden und haben auch einen Verstand, können abwägen und auch die Freiheit wählen. Wobei eben für solche Menschen oftmals die Sklaverei auch ein Gefühl von Freiheit ist, weil man ja dann einem Teil seines Wesens freien Lauf lässt. Hat man sich nun einmal entschieden (oder sich von diesem inneren Bedürfnis erobern lassen), wird man tatsächlich zur Sklavin, sofern jemand die Herrschaft übernimmt. Vermutlich ist der Übergang von Sub zu Sklavin, wie man es in BDSM Kreisen immer wieder hört, eher fliessend.

    Vielen Dank für das Lesen
    aya

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Sa Fora ist goreanisch und heisst übersetzt "Tochter der Kette" die Bezeichnung für Frauen die auf GOR in Sklaverei geboren wurden.
Daraus entstand dieses erotische Blog als Nachschlagewerk über GOR, BDSM und Fetisch

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